Die Müllerstochter war mit ihrem Prinzen unterwegs in Indien. Wie immer habe ich Dias fotografiert, während Michael mit seiner Digitalkamera ebenfalls wunderbare Bilder gemacht hat. Eine Auswahl aus der gesamten Kollektion präsentieren wir hier, eingebettet in einen hoffentlich interessanten Reisebericht.
Indien. Wir reisen in ein Land, das uns fremd ist und mit Klischees beladen. Bollywood. Mikrochips. Millionen von Göttern. Curry. Gandhi. – Gibt es noch einen anderen Weg in den Subkontinent, der uns so vertraut erscheint und von dem wir doch so gut wir gar nichts wissen?
Unser erster Tag in der 12-Millionen-Metropole Delhi dient der Entspannung nach der langen Flugreise. Schon am nächsten Morgen geht unser Flug nach Leh, der Hauptstadt des Königreiches Ladakh im Himalaya. Aber an diesem Tag in Delhi fahren wir mit dem Tuktuk – einer grüngelben dreirädrigen Motorrikscha – zum Roten Fort in Delhis Altstadt. Noch sind wir neu hier und befangen, zahlen artig den Preis, den uns der Rikschafahrer auf gut Glück nennt – selbstverständlich „funktioniert“ das Taxameter nicht – und staunen während der Fahrt in der seitenoffenen Rikscha über den Verkehr auf Delhis Straßen. Geräusche, Farben, Düfte strömen auf uns ein. Chaotisches Hupen durchdringt den Großstadtsmog. Bettler und Händler drängen sich beim Stopp an Verkehrsampeln an unser Tuktuk, umgarnen uns mit dem immer gleichen Singsang, halten uns ihre Waren unter die Nase, betteln um Almosen. Kinder sind dabei, fünf Jahre alt oder sieben oder zwölf. Die sehen mit Sicherheit keine Schule von innen. Sie versuchen, hier auf der Straße zu überleben, müssen ihre Zeitschriften, Bücher oder Taschenrechner verkaufen. Ein Nein akzeptieren die wenigsten sofort, die meisten ziehen sich erst zurück, wenn das Tuktuk wieder anfährt.
Willkommen in Delhi! Chaos, Gerüche, Farben, Geräusche - und VIELE Menschen.
Eigenartig, dass ausgerechnet unser Gefährt immer an roten Ampeln hält. Das macht sonst kaum einer – obwohl Delhis Polizei mit zunehmendem Erfolg versucht, der unüberschaubaren Lage Herr zu werden. Trotzdem fahren die meisten einfach drauflos, kreuz und quer, hupend und drängelnd. Ich frage mich, wieso dabei eigentlich nichts Schlimmeres passiert. Später erfahren wir durch die Tageszeitungen, dass es tatsächlich häufig Tote auf Delhis Straßen gibt, vor allem in öffentlichen Bussen – oder unter, an und neben ihnen.
In jedem Fall ist es laut, chaotisch, gefährlich, aber irgendwie auch gemütlich, so im Tuktuk mit dem angenehmen Fahrtwind um die Nase. Neben den Tuktuks, den öffentlichen Bussen und Pkws tummeln sich auf den Straßen der Stadt auch Fahrradrikschas, ab und zu ein von einem Büffel gezogenes Gefährt, und in erster Linie Mopeds und Motorräder. Die sind eine Klasse für sich, denn weniger als drei Personen sieht man selten darauf. Oft sitzen ganze Familien auf einem klapprigen Moped – auf dem Tank der 3-jährige Sohn, dann der Vater, danach die vielleicht 7-jährige Tochter, und hinten die Mutter im farbenfrohen Sari im Damensitz, das Baby auf dem Arm. Solcherart geht es munter durch den Großstadtverkehr, inklusive Dauerhupen, Abgasen, Vollbremsungen und Anremplern – dafür allerdings ohne Helm. Eine deutsche Mama würde den Schock ihres Lebens bekommen und nicht mehr aus dem Delirium erwachen. Liebe Kinderkrippengegner – es gibt wahrhaft SCHLIMMERES, also hört auf zu stänkern. Und übrigens: Das ganze ist auch legal, wie man uns erklärte. Erwachsene dürfen nur zu zweit auf ein Moped, aber Kinder sind in unbegrenzter Zahl erlaubt. Alle Gefährte in Delhi, vielleicht in ganz Indien, haben den Charme von alten Rimowa-Koffern – jede Beule erzählt ihre eigene Geschichte.
Wir sind fasziniert von diesem ersten Tag und ganz erschöpft von dem Überfluss an Farben, Stimmen, Düften und Menschen. Im Roten Fort und auf dem Altstadtbasar an der größten Moschee Indiens, Jami Masjid, in die 25.000 Gläubige passen, schieben wir uns durch die Menschenmassen. Vor Eintritt in die Moschee soll man die Schuhe ausziehen – was selbstverständlich ist. Aber man soll auch die Kameras abgeben. Das erscheint uns schon weniger selbstverständlich. Im Menschengewühl und einem Chaos aus hunderten Schuhen und Taschen steht ein Mann und versichert uns glaubhaft, dass wir uns auf ihn verlassen könnten, er würde gut auf unsere Wertsachen aufpassen. Ein Schild befindet sich direkt neben ihm. Es warnt in mehreren Sprachen: Vertrauen Sie Ihre Wertsachen keinem Fremden an! Nun, die Kameras würden wir zur Not verteidigen, aber wir haben auch keine Lust, ohne Schuhe nach Hause zu laufen. Die Moschee muss leider auf uns verzichten.

Frauen und Männer bei der Arbeit in brütender Hitze.
Indien kennt nicht nur Millionen Götter, sondern auch hunderte Religionen und Religionsgemeinschaften. Vier der großen Religionen – Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus – entstanden im Gebiet Indiens. Der Islam kam infolge von Eroberungen ins Land, und das Christentum durch frühe Missionierungen. Obwohl Indien bis heute ein hinduistisch geprägtes Land ist, hat es die weltweit drittgrößte muslimische Bevölkerung (etwa 140 Millionen) und die zweitgrößte Anzahl von Schiiten.
Gerade in Städten wie Delhi perlt und wuselt alles durcheinander. Als deutscher Tourist wird man in den Strudel gerissen und schwimmt wie ein Schiff ohne Steuer mit. Selbstverständlich wird man ständig angesprochen, angefasst, angebettelt, freundlich angelacht, als potentieller Kunde umgarnt. Rikschafahrer bringen es fertig, auf ihrem Fahrrad 20 Minuten lang neben einem herzufahren und immer wieder freundlich lächelnd zu sagen: „Mister, Lady, do you need… Mister… Lady… Mister…Lady…“ – bis der bis dahin geduldige und ignorante Tourist ausrastet und auf englisch höflich zurück schreit, welchen Teil von „Nein“ er nicht verstanden hätte. Was den Rikschafahrer nicht sonderlich aufregt. Immerhin verschwindet er dann in der Menge, nicht ohne noch mal ein schelmisches Lachen zurückzuschicken.
Dieser erste Tag in Delhi schlaucht uns ganz gewaltig. Wir sind froh, die Stadt fürs erste zu verlassen. Um drei Uhr nachts klingelt der Wecker. Wir fliegen in den Sonnenaufgang. Unter uns verschwindet das frühmorgendliche Delhi im Dunst.
Der Flug über den Himalaya. Rechts: Landeanflug auf die 3.600 Meter hoch gelegene Stadt Leh im Königreich Ladakh.
Wir sind nur wenige Passagiere auf diesem Linienflug nach Leh, der Hauptstadt des buddhistischen Königreiches Ladakh im Himalaya. Wir können die atemberaubende Aussicht auf die Gipfel und Gletscher unter uns von allen Seiten genießen und laufen wie die Wiesel mit unseren Kameras im Flugzeug hin und her. Die Flugbegleiter amüsieren sich still – sie kennen das. Der Flieger ist fast leer, weil die Touristen-Saison zu Ende geht – immerhin haben wir schon Anfang Oktober, und es kann uns durchaus passieren, dass wir die eine oder andere geplante Tour wegen Schneefalls nicht antreten können. Das Risiko aber st es wert. Leh, die 3.600 Meter hoch gelegene Stadt, ist normalerweise voll gestopft mit Touristen, die Hotels und Pensionen sind überfüllt, die Tibetermärkte überrannt. Anfang Oktober aber ist Leh schon von den meisten Zugereisten verlassen. Die ersten Läden, German Bakerys und Restaurants machen für den Winter dicht. Auch die Hotels schließen nach und nach. Die Straßen sind jetzt eher von Einheimischen bevölkert, und die paar Touristen, die es noch gibt, trifft man immer wieder. All das wussten wir vorher nicht – es war Zufall, und zwar ein grandioser.
Statt Touristenrummel erwartet uns also ein von den Menschenmassen so ziemlich entrümpelter Himalaya – und ein Herbst, der mit seinem Farbenspiel und seinen klaren Tagen alles in den Schatten stellt, was wir je erlebt haben. Die Ladhaki lieben es ganz offensichtlich, sich in dieser kargen Bergwelt auf weit über 3.000 Metern Höhe farbeprächtige Gärten anzulegen; im Lauf der Reise hege ich sogar die Vermutung, sie bauen bei der Besiedlung eines Felsplateaus oder einer Geröllhalde zuerst einen Garten und erst dann eine Hütte. Auch der Garten unseres Hotels – in dem wir die letzten Gäste der Saison sind – quillt über von Blumen und Gewächsen aller Farben. Die Pflanzen stört es ganz offensichtlich wenig, dass die Temperaturen in den Nächten schon unter Null Grad sinken. Tagsüber aber wärmt die Sonne noch, und einer der beiden verbliebenen Hotelangestellten stellt für uns zwei Korbstühle und einen Sonnenschirm in den blühenden Garten.
Nachts kuscheln wir uns in unserem eiskalten Zimmer unter warmen, Funken schlagenden und knisternden, weil statisch aufgeladenen Wolldecken aneinander. Das Hotel besitzt keine Heizung, warmes Wasser gibt es, wenn überhaupt, nur einmal am Tag. Ständig fällt der Strom aus. Wir gewöhnen uns an, stets unsere Taschenlampen bei uns zu tragen.
Das vom Buddhismus geprägte Ladakh ist "vollgestopft" mit Stupas, Gebetsfahnen und Gebetsmühlen.
Im verlassenen Speiseraum sind meistens nur zwei, höchstens drei Gedecke aufgelegt. Oft sind wir die einzigen Gäste. Der Kellner, der dieser Tage gleichzeitig auch die meisten anderen Funktionen im Hotelbetrieb übernimmt, erwartet uns schon freundlich lächelnd. In der Küche rumort es. Wir fühlen uns wie Ehrengäste, denn alles ist hier auf unseren Rhythmus abgestimmt. Wenn wir jetzt kommen, wird jetzt gekocht, kommen wir später, kochen sie später. Unser Kellner stellt sich, während wir essen, neben unseren Tisch und unterhält sich mit uns. Er registriert, dass uns die fantastische indische Küche hervorragend mundet. Weder Michael noch ich können genug von dem köstlichen Brot und den würzigen Fleisch- und Gemüsegerichten bekommen. Wir langen unanständig kräftig zu. Immer wieder segelt unser Freund lächelnd in die Küche, um uns mit frisch gebackenem Brotnachschub zu versorgen. Am nächsten Abend ist das Essen schärfer, die Menge an Brot ausgiebiger. Sie haben sofort gemerkt, wie sie uns glücklich machen können. Ich hoffe, wir machen sie mit unserem Appetit auch glücklich. Wir müssen schnell essen, denn die heißen Gerichte erkalten in dem kühlen Speiseraum und auf dem eisigen Geschirr sofort, und kalt ist auch indisches Essen nur halb so schmackhaft wie heiß. Zum Abschluss wird uns heißer Tee serviert, den Michael schwarz trinkt und ich mit viel Zucker und Milch. Jeden Tag bin ich voller Vorfreude auf das Abendessen.
In den folgenden Tagen fahren wir durch eine Zauberlandschaft, die wirkt, als sei sie einer Illustration in einem Fantasy-Roman entsprungen. Wie Schwalbennester kleben Klöster oder ganze Ortschaften an Berghängen und auf Felskuppen. Überall stehen Reliquienschreine, so genannte Stupas, in der Landschaft. Manche monumental und prachtvoll, andere klein, von Laienhand zusammengemauert, manche neu, andere halb zerfallen. Manche stehen allein, andere zu Dutzenden zusammengedrängt. Es ist ein eigenartiges Bild, das die Region prägt wie kaum ein anderes Element. Hinzu kommen die in allen Farben flatternden Gebetsfahnen an Straßenrändern, Häusern, über belebte Straßen oder einsame Geröllhalden und Berghänge gespannt. Bunt und friedvoll senden die bedruckten, rechteckigen, von Wind und Wetter gegerbten und ausgefransten Stofffetzen ihre Botschaften in jeden aufnahmebereiten Geist. So jedenfalls die Überzeugung der buddhistischen Ladakhi; eine sanfte Missionierung, uns so oft mit Androhungen von Hölle und Verdammnis konfrontierten Christen seltsam fremd und wohltuend zugleich.
Die buddhistischen Klöster kleben wie Schwalbennester an den Felsen.
Wir wissen so gut wie nichts über den Buddhismus, aber man kann gänzlich unwissend und unvorbereitet sein und sich trotzdem – oder erst recht – in den buddhistischen Klöstern in Ladakh willkommen und wohl fühlen. In den alten, verschachtelten, oft abgelegenen Gemäuern ist man an Touristen gewöhnt. Aber auch hier ist die Saison vorbei, in den meisten Klöstern herrscht beschauliche Ruhe. Die warme Mittagsonne fällt in einen Innenhof, in dem friedlich ein paar Wäschestücke auf einer Leine vor sich hin tropfen. In einer Mauernische steht ein Hocker, Werkzeug ist um ihn herum verstreut. Hier hat vor kurzem noch jemand gearbeitet. Jemand, der jetzt vielleicht zum Essen gegangen ist oder zur Meditation. Und jemand, der Blumen mag, denn auf dem Mauersims vor dem Hocker steht eine alte, verrostete Blechbüchse, in der liebevoll eine Handvoll Herbstblumen arrangiert sind. Ein rot gewandeter Mönch kommt um eine Ecke geschlurft; jemand hat ihm gesagt, dass Gäste sich das Kloster ansehen wollen. Gleichmütig schließt er die Türen zu den Tempeln auf, lässt uns eintreten, nachdem wir die Schuhe ausgezogen haben, und überlässt uns uns selbst.
Die Andachtsräume in den Klöstern gleichen sich alle, und doch hat jeder seinen eigenen unverwechselbaren Charakter. Dieser hier vermittelt den Eindruck eines gemütlichen, leicht chaotischen Raritätenkabinetts. Hell fallen Sonnenstrahlen durch mit Geranientöpfen und Kerzen voll gestellte Fenster. Teppiche und farbenprächtige Tücher geben dem Raum weiche Konturen der Bequemlichkeit. Unzählige Heiligenfiguren, fratzenhafte Masken, Buddhastatuen und religiöser Kleinkram füllen den Raum. Es riecht nach Weihrauch, und aus Glasvitrinen, die von Gläubigen mit Blumen und Geldscheinen geschmückt werden, beobachten und schmaläugige, vielarmige Götter mit gelassenem, entrücktem Blick. Die Stille wird nur durch unsere leise geführte Unterhaltung unterbrochen.
Skurrile Artefakte und Schriftwerke in einem Kloster. Rechts: Mönche beim Diskutieren im Hof.
In anderen Klöstern, die wir besuchen, herrscht dagegen geschäftige Betriebsamkeit. Kinder, kleine Miniatur-Mönche, laufen lärmend und lachend an uns vorbei. Oft sind es Söhne von Nomadenfamilien oder sehr armen Bauern, die hier in den Klöstern aufgenommen werden und Betreuung und Schulbildung bekommen. Sie vermitteln nicht den Eindruck, als fänden sie das karge Leben hinter Klostermauern bedrückend. Kahl geschoren, die schmutzigen Füße ohne Strümpfe in Sandalen steckend, eingehüllt in die rote Kleidung der Mönche, tollen sie durch die Höfe und Gänge. In den Andachten, denen man oft auch als Tourist beiwohnen darf, sitzen sie, laufen hinein oder hinaus, lesen in Büchern, beten oder flüstern miteinander, übertönt vom Gesumm monoton betender Mönche und dem durchdringende, vibrierenden, tiefen Klang der alphornähnlichen Dung-Chen.Eine unserer spektakulärsten Touren ist ein Mehrtagesausflug ins Nubra-Tal. Der Weg dorthin geht über den höchsten befahrbaren Pass der Welt. Auf 5.604 Metern werde ich dafür belohnt, dass ich in weiser Voraussicht Mütze und Handschuhe eingepackt habe. Der Wind pfeift auf diesem höchsten Punkt der Passstraße eisig. Bibbernd machen wir das obligatorische Beweisfoto, erstarrt und mit Unmengen an Kleidungsstücken kämpfend versuche ich auf einem engen Dixie-Klo, das auf einem Geröllhang steht, zu erledigen, was ab und an erledigt werden muss. Eine wahre Wonne hingegen ist der heiße, süße Tee, den wir in der Kantine gereicht bekommen. Während wir das köstlichste aller Getränke mit kleinen Schlucken genießen, beobachten wir fasziniert den Menschenauflauf auf dieser weltabgewandten Passstraße. Riesige Konvois der indischen Armee sind auf dieser Höhe im Gebirge unterwegs, teilweise im Schneckentempo; Ausrüstung, Mannschaften und Maschinen transportierend. Auch Pferde gehören zur Fracht einiger lebensgefährlich schwankender Lkws. Ihre Köpfe baumeln zur Seite des Lasters heraus überm Abgrund und wiegen im Stakkato der Straßen. Man erwartet jeden Augenblick, dass sich das Sprichwort der kotzenden Pferde erfüllt, aber indische Reittiere sind ganz offensichtlich Kummer gewöhnt.
Auch andere Überraschungen erleben wir auf dieser Tour. Wir müssen nämlich einsehen, dass wir keine Helden sind, nur weil wir diesen Schwindel erregend hohen Pass auf über 5.600 Metern Höhe in eisiger Kälte bequem im Pkw mit Chauffeur meistern. Andere sind noch etwas heldenhafter. Sie strampeln die Strecke auf dem Fahrrad. Mir ist schleierhaft, wie so etwas möglich ist. Aber das Pärchen – ein Mann und eine Frau – sind keine Illusion. Auf ihren Mountainbikes „erfahren“ sie den Himalaya.
Nach mehrstündiger Fahrt durch die atemberaubende Berglandschaft breitet sich zu unseren Füßen das Nubra-Tal aus. Ein üppiger grüner Gürtel windet sich durch die steinige Kulisse. Wo Wasser ist in dieser kargen Bergregion, ist auch sofort saftiges Grün und – der Jahreszeit entsprechend – eine farbenprächtige Herbstfärbung der Bäume und Sträucher. Der Name Nubra soll auf das Wort Ldumra zurückzuführen sein, was soviel wie „Tal der Blumen“ bedeutet. Im strahlenden Sonnenschein fahren wir in das abgelegene Nubra-Tal ein. Dörfer reihen sich aneinander wie Perlen – oder besser wie graue, staubige Kieselsteine mit winzigen bunten Tupfern. Nach der stundenlangen Fahrt über den Pass freuen wir uns über den Anblick reger Zivilisation.
In den Klöstern geht es ungeachtet des Touristenrummels beschaulich, und, wo viele Kinder sind, laut und fröhlich zu.
Unser Quartier ist diesmal ein Zeltplatz. Wir haben uns auf spärliche, unbequeme Verhältnisse eingestellt und werden angenehm überrascht. Der Zeltplatz ist groß, kann mit europäischen Standards durchaus mithalten und verfügt über gemauerte Fundamente, stabile Wohnzelte mit Betten darin und Bank und Tisch davor. Ein winziges Bächlein murmelt durch das gepflegte Gelände, von kleinen Holzbrücken überspannt. Umgeben von farbenprächtigen Bäumen und den himmelhohen Bergen wähnen wir uns an einem wahrhaft verzauberten Ort. Auch hier herrscht beschauliche Ruhe. Viele Zelte sind schon für den Winter abgebaut, verlassen liegen ganze Reihen von Betonfundamenten im Gras. In der Saison mögen hier hunderte von Campern Platz haben. Es gibt ausgezeichnete sanitäre Anlagen und ein Haupthaus, in dem abends im Gemeinschaftsraum der Kanonenofen angeheizt wird. Dort rücken die verbliebenen Touristen – wir sind etwa 10 an der Zahl - zusammen, genießen das auch hier hervorragende Essen und werden vom Verwalter mit selbstgebranntem Aprikosenschnaps verköstigt. Als besonderen Service gibt es kurz vor dem Schlafengehen eine in Tücher eingewickelte heiße Wärmflasche. So sonnig und herbstfreundlich die Tage noch sind – die Nächte sind eisig, und ich nehme diesen Luxus gern in Anspruch.
Hier, an diesem wunderschönen, magischen Ort, macht mir Michael bei einem Spaziergang unter dem sternenfunkelnden Nachthimmel einen Heiratsantrag. Keine laute Party, kein Ringtausch, kein aufwändiges 5-Gänge-Menü, keine roten Rosen – das Universum und der Himalaya sind die einzigen Zeugen. Der wunderbare Augenblick prägt sich mir ein und wird niemals vergessen werden. (Später wird in der Hochzeitszeitung stehen, er habe mir den Antrag unter erheblichem Sauerstoffmangel gemacht, denn immerhin befinden wir uns auch im Nubra-Tal auf rund 3.000 Metern Höhe. Da er aber diesen Text ohne Protest gegengelesen hat, kann ich doch davon ausgehen, dass er durchaus Herr seiner Sinne war.)
Nach der Rückkehr nach Leh bleibt uns nur noch wenig Zeit, uns innerlich vom Himalaya zu verabschieden. Wir verbringen die letzten Stunden beim Bummel durch die Stadt und beim Einkaufen. Viele Geschäfte, Märkte und Restaurants haben schon geschlossen, aber noch gibt es genügend Möglichkeiten zum Stöbern. Die Mentalität der Ladhaki ist ganz anders als die, die wir bei den Einwohnern von Delhi kennengelernt haben. Hier in Ladakh werden wir selten von Händlern bedrängt. Es gibt sogar Läden und Marktstände, in denen wir uns in Ruhe das Angebot anschauen können, ohne vom Besitzer pausenlos bequatscht zu werden. Freundliche Hinweise bekommt man vielleicht, oder ein höfliches, erwartungsvolles Lächeln. Und auch hier hören wir unabhängig von der Tageszeit den uns schon sehr bekannten Spruch: „You are my first costumer of today, I make you a very special price!“ Aber kaum einer versucht aggressiv, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir belohnen diese sehr angenehme Zurückhaltung mit reichhaltigen, für uns sehr preiswerten Einkäufen. Hier fällt die Anspannung, die Angst davor, übervorteilt oder übers Ohr gehauen zu werden, von uns ab. Natürlich wird auch hier gern gehandelt, aber angesichts der Preise schämt man sich fast dafür. Freundlich und etwas schüchtern wirken die Menschen. Die Armut der Einheimischen springt uns reiche Touristen regelrecht an, aber sie vermitteln nicht den Eindruck, als würden sie uns etwas neiden. Die Zeichen harter Arbeit, aber auch Zufriedenheit und Ruhe sind in ihre Gesichter geschrieben.
Die Ladakhi sind kluge Menschen. Ein Rauchverbot, das vor 2449 Jahren ausgesprochen wurde.
Wieder erleben wir einen leichten Kulturschock, als wir ins hektische, heiße Delhi zurückkehren. Die wunderbare Ruhe, die Kühle, Reinheit und Klarheit der Bergwelt sind noch in uns. Der Lärm, der Schmutz, die Menschenmassen und das Verkehrschaos in Delhi überfordern uns. Im Hotel sammeln wir unsere Kräfte, und immerhin haben wir hier ein schönes Zimmer, immer warmes Wasser und keine kalten Füße mehr. Wir beschließen, auch diesen Tag mit Einkäufen zu beenden. Wir wissen, dass es in Delhi staatlich zertifizierte Kaufhäuser gibt, die zu fairen Festpreisen alle nur erdenklichen Waren anbieten, die für Touristen interessant sind. Oft nennen sich diese Kaufhäuser „Emporium“. Der Rikschafahrer bringt uns in einen schmucken, sehr nobel aussehenden Laden. Nun ja, es steht „Emporium“ draußen dran, das ist nicht zu leugnen. Wir erkundigen uns, ob dies tatsächlich einer der staatlichen Läden ist, was uns der Fahrer beteuert. Etwas misstrauisch begutachten wir die für unseren Geschmack recht teuren Waren. Wir kaufen eine Kleinigkeit, aber als uns der Verkäufer einen teuren Sari aufschwatzen will, der angeblich nur noch heute so preiswert ist, erkennen wir, dass wir gleich am ersten Tag in Delhi wieder in eine Falle getappt sind. Sehnsüchtig denken wir an Ladakh zurück, wo uns ein solcher Nepp wohl nicht untergekommen wäre.
Ärgerlich verlassen wir die Touristenfalle und finden wenige Straßen entfernt tatsächlich einen der „richtigen“ Läden. Laden ist wohl untertrieben, denn es handelt sich um ein mehrstöckiges Kaufhaus, das vollgestopft ist mit Waren aller Art, Touristen und auch vielen Einheimischen. Das ist ein gutes Zeichen, hier sind wir richtig. Auch jemand wie ich, die nicht unbedingt zu den begeistertsten „Shoppern“ gehört, kann sich hier wie im Himmel fühlen. Kleidung, Lebensmittel, Kosmetik, Kunsthandwerk, Spielzeug, Bücher, Musikinstrumente, Geschirr, Möbel, Pampf und Pofel – alles, was Industrie und Handwerk Indiens zu bieten haben, ist hier zu haben, und zwar zum staatlich zertifizierten Festpreis. Das heißt, das unliebsame Handeln fällt weg, und die Preise sind für beide Seiten fair. Hier kann man wühlen und sein Leben damit verbringen, sich an den farbenprächtigen Gegenständen zu erfreuen. Ich gerate in einen regelrechten Kaufrausch, denn nicht nur für uns selbst kaufen wir hier ein, auch Familie und Freunde wollen bedacht sein. Schwer bepackt mit einem Schachspiel, einem Sari, Geschirr und unzähligen Kleinigkeiten verlassen wir glücklich dieses Paradies auf Erden.
Der nächste Tag wird geruhsam angegangen – wir schlafen erst einmal gründlich aus und haben danach das Glück, auch im hektischen Delhi wunderschöne Eckchen zu finden. Im riesigen, gepflegten Park, der um das Mausoleum von Mogulkaiser Humayun angelegt ist, spazieren wir lange umher und bewundern das prächtige Bauwerk, dass dem Taj Mahal ein wenig ähnelt. Auch kulinarisch erleben wir wieder eine Sternstunde. Im „Castle 9“ am Connaught Place, einem für indische Verhältnisse teuren, aber vorrangig von Einheimischen frequentierten Restaurant, essen wir lecker zu Mittag. Über diesen schönen Eindrücken können wir den Ärger, den uns ein unverschämter Rikschafahrer macht, glatt vergessen. Ja, wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir als Touristen hier Freiwild für alle Nepper, Schlepper und Bauernfänger Delhis sind. Man betrügt uns so unverfroren und schamlos, dass wir uns fragen, wie das mit der hinduistischen Mentalität zusammenpasst, nach deren Lehre man ja für alle Sünden dieses Lebens im nächsten Leben büßen muss. Es ist uns natürlich völlig klar und verständlich, dass wir als „reiche“ Touristen eine lohnende Einnahmequelle für die oft bitterarme Bevölkerung Delhis darstellen. Und das können wir sogar verstehen, aber wir würden eigentlich lieber freiwillig dem ein oder anderen etwas abgeben. Statt dessen werden wir ständig belogen und auch bestohlen – beispielsweise durch falsches Wechselgeld, überteuerte Preise, „defekte“ Taxameter und ähnliches. Wir fühlen uns dadurch nicht mehr als Menschen wahrgenommen, sondern als Personen „non grata“, die man straflos ausräubern darf, und das ärgert uns. Gegenseitiger Respekt sollte selbstverständlich sein – von uns Touristen wird er verlangt und, was uns betrifft, auch nach bestem Wissen und Gewissen geübt. Wenn aber der Gegenrespekt ausbleibt, ist es schwierig, sich als willkommener Gast zu fühlen. Und so werden wir misstrauisch jedem gegenüber und benehmen uns auch entsprechend – was wiederum das Bild der knausrigen, geizigen und überheblichen Touristen nähren dürfte. Schade.
Ein letzter Gruß aus dem Himalaya: Kinder in einem Kinderdorf. Das "V"-Zeichen ist anscheinend bei Kindern in aller Welt bekannt und beliebt.
Noch einen Tag lang besichtigen wir verschiedene Orte in Delhi, unter anderem den wunderschönen Lodi-Park, bevor es am nächsten Tag wieder per PKW mit Fahrer zu unserer Rundreise durch das so genannte „Goldene Dreieck“ Delhi-Agra-Jaipur losgeht. Im Gegensatz zu Ladakh sind wir auf dieser Tour nicht allein, denn in dieser Region herrscht Hochsaison, und entsprechend viele Touristen sind unterwegs. Was uns aber auf dem Weg Richtung Agra noch erwartet, ahnen wir nicht.
Auf der Gegenspur des vierspurigen autobahnähnlichen Highway 3 kommen uns Menschen entgegen – viele Menschen. Eine Demonstration im grün-weißen Fahnenmeer; Männer, Frauen, auch Kinder dabei. Der Zug wird immer länger, und langsam wird uns die Anzahl der Marschierenden unheimlich. Wie viele Leute mögen das sein? Manchmal gibt es Lücken zwischen den einzelnen Blöcken, aber dann rücken wieder große Massen nach. Das sind nicht hunderte, das müssen schon tausende sein. Sind es auch, bestätigt unser Fahrer. 25.000, um genau zu sein. Uns verschlägt es die Sprache. Wofür demonstrieren diese 25.000? Es sind Bauern, erklärt uns unser Fahrer, Bauern, die sich für ihr Recht und gegen die Wegnahme von Land engagieren. Bergbau, Tourismus und auch die Schaffung von Nationalparks werden immer wieder als Ausrede dafür genommen, die Bauern von ihren Grundstücken und Feldern zu vertreiben. Jetzt haben sie genug, jetzt marschieren sie nach Delhi, um dort vor dem Parlament zu protestieren. „Und das bei dieser Hitze“, entfährt es mir, und einfältig frage ich: „Wie viele Stunden müssen die denn da noch laufen?“ Unser Fahrer schmunzelt über meine Unbedarftheit. „Die laufen seit dem 2. Oktober“, sagt er. Heute ist der 13. Delhi erreichen wollen sie am 28. Nahrung tragen sie mit sich, übernachtet wird am Straßenrand. Ein logistisches Heldenstück – und ein menschliches, unvorstellbar für uns. Wie groß muss die Verzweiflung dieser Menschen sein!
Wir besuchen das Rote Fort in Agra und das so genannte „Baby-Taj“, aber DAS große Erlebnis ist natürlich der Besuch des Taj Mahal in den Abendstunden. Sicher, jeder Tourist geht dorthin, und entsprechend voll ist es auf dem Gelände. Deshalb aber zu sagen: „Nein, das macht doch jeder, da wollen wir nicht hin“ – das würde uns natürlich auch nicht einfallen. Also schieben wir uns durch die Menschenmassen im Park, der das Taj Mahal umgibt, und posieren für das obligatorische Panoramafoto. Ein bisschen Pauschaltourismus muss schließlich sein.
Als wir uns dann aber nach langem Schlangestehen im Gebäude befinden, vergeht mir der Spaß an diesem Abenteuer. Ein schier unglaubliches Menschengewühl herrscht in den Sälen, die eigentlich ein Ort der Stille sein sollten – immerhin handelt es sich um ein Grabmal. Nicht nur ausländische Touristen besuchen das Taj Mahal, sondern auch viele Inder. Es herrscht ein Lärm, der ohrenbetäubend ist, und trotz Flash-Verbotes blitzt und knastert es unablässig aus hunderten Kameras und Mobiltelefonen, die über den Kopf gehalten und wahllos in alle Richtungen abgefeuert werden. Es ist aussichtslos, unter diesen Bedingungen die umwerfende Schönheit, die Erhabenheit und Würde dieses Gebäudes auch nur ansatzweise zu erahnen. Die prächtigen Reliefs, die grandiose Architektur – nicht mal einen Blick kann ich darauf erhaschen; ich spüre nur den Druck der Massen, Rempeleien, Stimmengewirr und den Wunsch, das dämmrige Gebäude schleunigst wieder zu verlassen. Michael geht es ähnlich, und draußen atmen wir auf. Auch hier sind noch viele Menschen, aber man kommt doch dazu, das wunderschöne Bauwerk im Schein der untergehenden Sonne zu betrachten und sich dessen bewusst zu werden, dass man sich an einem besonderen Ort befindet.
Unsere Tour durch das "Goldene Dreieck" Delhi-Agra-Jaipur beginnt.
Die nächsten Tage sind erfüllt mit langen Autofahrten und ausgedehnten, oft hervorragend geführten Besuchen der Perlen des „Goldenen Dreiecks“. An jeder Station erwarten uns bestellte Führer oder Ansprechpartner. Wir fühlen uns sehr gut betreut. Obwohl es eine Pauschalreise ist, die im Baukasten-System nach unseren Vorstellungen zusammengestellt wurde, bleibt doch viel Raum für individuelle Wünsche, denn die Fahrer und Führer reagieren sehr zuvorkommend auf unsere Bedürfnisse – vor allem was das Fotografieren betrifft, denn das dauert bei zwei begeisterten Hobbyfotografen mit Spiegelreflexkameras, diversen Objektiven und Blitzgeräten nun einmal länger. „Bisschen knipsen“ ist nicht – vor allem Michael ist da sehr genau, und ich bin es mit meinem Wahn, unbedingt Dias fotografieren zu wollen, nicht minder. Zudem macht es uns Spaß, vor allem mit den Fahrern länger zu plaudern und damit einen kleinen Einblick in die Mentalität der Einheimischen zu bekommen.
Einer unserer Fahrer kann uns so auch erklären, was es mit dem seltsamen Verhalten zweier junger Mädchen in einem Park auf sich hat. Während Michael ein Gebäude fotografiert, sitze ich allein auf einer Bank in der Sonne. Zwei junge Inderinnen im Sari treten auf mich zu und fragen auf englisch nach einem „Foto“. Ich vermute, dass ich sie fotografieren soll, und stimme zu. Als ich jedoch ihre Kamera nehmen und die beiden ablichten will, schütteln sie den Kopf und bedeuten mir, ich solle sitzen bleiben. Dann setzt sich erst die eine, dann die andere für ein Foto neben mich. Ich bin zu verblüfft, um zu protestieren, und da die beiden nett sind, lächle ich freundlich und gönnen ihnen ihr Foto mit einer deutschen, völlig unbekannten Touristin. Wir wechseln noch ein paar englische Brocken, und dann ziehen die beiden dankend und fröhlich von dannen. Ich bin perplex, obwohl ich so etwas ähnliches schon einmal in Ecuador erlebt habe. Unser Fahrer bestätigt dann meine Vermutung. „Die beiden waren sicher vom Land“, erklärt er uns, „für die ist eine Reise, auch im Inland, ein großes Abenteuer. Oft lernen sie auf so einem Trip das erste Mal in ihrem Leben auch Ausländer kennen, und das ist für sie ganz besonders aufregend. Wer weiß, was sie über Europa oder Amerika wissen oder nicht wissen – in jedem Fall werden sie das Foto mit dir zu Hause jedem zeigen und dazu erklären: Das ist unsere Freundin aus Deutschland.“
Apropos Deutschland – stimmt, da war doch noch was. Die Rückreise steht an. Unser letzter Trip zuvor führt uns in den Stadtpalast und nach Fort Amber in Jaipur. Touristenattraktion hier ist ein Elefantenritt vom Fuß des Forts nach oben. Auch das machen wir mit; ich muss allerdings gestehen, dass mir das Geschaukel auf dem Elefantenrücken allzu unbequem ist. Keine Art des Reisens für mich. Hinzu kommt die rüde Art, mit der der Elefantentreiber mit dem Knüppel auf den Schädel des armen Dickhäuters einschlägt. Die Viecher können einem nur Leid tun.
Am nächsten Tag geht es zurück nach Delhi und von dort in die Heimat – ein langer Flug wartet auf uns. Wir sind voller Eindrücke, Erinnerungen und Erlebnisse. Diese Reise nach Indien hat uns außerordentlich gut gefallen, wobei unsere besondere Liebe Ladakh gilt. Selbstverständlich haben Delhi und das Goldene Dreieck unglaublich viele unvergessliche Attraktionen zu bieten, und wir haben auch den Aufenthalt hier sehr genossen – der Himalaya aber hat unser Herz berührt. Wenn wir zurückkehren – und ich hoffe, wir werden das eines Tages, vielleicht mit Kind oder Kindern – dann wird es uns wohl wieder in die Bergwelt Ladakhs ziehen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass Indien noch soviel mehr zu bieten hat; noch soviel gibt es in diesem faszinierenden Land, was es zu entdecken gilt. Ein Menschenleben reicht wohl kaum aus, um auch nur ansatzweise alle Wunder zu erfahren, die Indien zu bieten hat. Das muss uns nicht betrüben – man kann das hinnehmen und das Beste draus machen. Reisen zu können, ist an sich schon ein Privileg. Wir sind dankbar dafür.
Das Taj Mahal. Es versteht sich von selbst, dass man ihm einen Besuch abstatten sollte, auch wenn sich dieses
Foto in Millionen Fotoalben befindet.