Weimar

Weimar ist - das weiß nahezu jeder - eine wunderschöne Stadt, und das sage ich nicht nur, weil ich dort mal knapp vier Jahre gelebt habe. Schloss Belvedere, heute schick saniert, war in grauer Vorzeit (und als es noch nicht so schick saniert war) meine zweite Heimat. Das Musikgymnasium mit Internat, das dort untergebracht ist, präsentiert sich heute blitzblank und nagelneu. Zu meiner Zeit - Anfang der Neunziger - gab's noch qualmende Ofenheizung, herabfallenden Putz, knarrende Treppenhäuser und jede Menge Touristen, die das alles sehr romantisch fanden. Wir waren damals anderer Meinung. Schließlich mussten wir ja die Kohlen schleppen und nicht sie. Unsere Übungs- und Klassenräume waren steinalt und bröckelig, die Wohnräume düster, mit grauen PVC-Böden und grauen, gewellten Schallisolierungen an den Wänden. Die sanitären Anlagen... - und von der morgendlichen Eiseskälte in den Zimmern und im Waschraum reden wir erst gar nicht.

Nun? Es war einfach wunderbar. Der riesige Park, das Gefiedel aus den im Sommer geöffneten Fenstern, die typischen Internatserlebnisse - gegen nichts sind diese Erinnerungen einzutauschen. Heute finde ich Belvedere in seinem neuen Glanz immer noch hinreißend. Aber damals war's trotzdem am allerbesten.

Kommt also mit nach Weimar. Es sind nur ein paar Impressionen, aber sie kommen von Herzen.

Dieses Foto befindet sich in meiner Sammlung, obwohl ich glaube mich zu erinnern, dass ich es damals nicht fotografiert habe. Falls sich der wahre Fotograf findet, melde er/sie sich bitte bei mir.Dieses Foto befindet sich in meiner Sammlung, obwohl ich glaube mich zu erinnern, dass ich es damals nicht fotografiert habe. Falls sich der wahre Fotograf findet, melde er/sie sich bitte bei mir.

Der große Park rund ums Schlösschen Belvedere ist sommers wie winters ein wunderschöner Ort. Hier spielten sich sicher nicht nur in der guten alten Zeit Liebesdramen ab. Wenn man jemanden mochte, hieß es einfach schüchtern: "Kommste mit in'n Park?" DAS waren noch Zeiten...

Aber auch die Stadt selber hat viel Sehenswertes und manche Weisheit zu bieten.

Text & Fotos © Dorit Töpler